Wie schütze ich mich vor Altersarmut in der Rente?

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Jahrelang geschuftet und gespart und doch bleibt am Ende nichts übrig? Diese Sorge ist im Alter nicht unüblich. Altersarmut in Deutschland ist verbreitet. Denn immer mehr Menschen treten in das Rentenalter ein, ohne finanziell ausreichend abgesichert zu sein. Häufig reichen die Rentenleistungen und persönlichen Ersparnisse nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Es droht die Altersarmut.

Doch wie lässt sich das ändern? Um diese Frage zu klären, ist es notwendig, zunächst einmal einen Blick auf die Gründe für Altersarmut zu werfen. Wer ist davon betroffen? In diesem Blogbeitrag erfahren Sie alles Wissenswerte zu den Hintergründen von Altersarmut in Deutschland und wie Sie dieser bestmöglich vorbeugen können.

Wie lautet die Altersarmut-Definition?

Unter Armut leidet, wer nicht ausreichend viel Geld zur Verfügung, um seine persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen. In erster Linie geht es hierbei um die alltäglichen Lebensunterhaltungskosten. Und obwohl Armut im Allgemeinen sehr subjektiv ist, lässt sie sich doch beziffern.

In Deutschland gelten all jene Personen als armutsgefährdet, deren Nettoeinkommen unter 60 Prozent des Medianeinkommens der Bevölkerung liegen. Die Armutsgefährdungsschwelle ist demnach bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.035 Euro anzusiedeln.

Wie aus dem Paritätischen Armutsbericht 2021 hervorgeht, trifft dies auf rund 13,4 Millionen Menschen in Deutschland zu. Personen im Rentenalter eingeschlossen. Jede vierte von Armut betroffene Person ist im Rentenalter und mit Altersarmut konfrontiert.

Ist Altersarmut und relative Armut das gleiche?

Wie in Kapitel 1 beschrieben, wird die relative Armut auf Basis des Nettoeinkommens pro Kopf bewertet. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zum Leben zur Verfügung hat, ist von der relativen Armut bedroht.

In dieser Hinsicht lassen sich Altersarmut und relative Armut gleichsetzen. Hervorzuheben ist jedoch, dass Personen im Rentenalter kein gewöhnliches Einkommen mehr beziehen. Stattdessen erhalten sie gesetzliche Rentenleistungen oder profitieren darüber hinaus von privaten Leibrenten oder sonstigen Kapitaleinkünften.

Diese empfangenen Geldbeträge werden als Einkommen im Rentenalter angesehen. Um daraus das Nettoeinkommen zu ermitteln, müssen Steuern und anderweitige Beiträge noch abgezogen werden. Die Restsumme stellt das Nettoeinkommen pro Kopf im Rentenalter dar und gibt Aufschluss über die Gefahr von Altersarmut.

Welche Gründe für Altersarmut gibt es?

Altersarmut ist kein unergründbares Phänomen. Die Ursachen sind seit Jahren bekannt. Jedoch lässt sich nur schwer gegen diese vorgehen. Die Folge: Die Altersarmut in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr an.

Welche Faktoren die Altersarmut beeinflussen:

Demografischer Wandel

Immer mehr Menschen treten in das Rentenalter ein und verlangen nach ihren ihnen zustehenden Rentenleistungen. Das Problem: Das Geld stammt von der aktuell arbeiteten Bevölkerung, welche der rentenbeziehenden Generation zahlenmäßig unterlegen ist. Die gesetzliche Rentenkasse muss handeln. Damit jede Person im Rentenalter entsprechende Leistungen erhalten kann, müssen diese gekürzt werden. Weniger Geld wird monatlich ausgezahlt, wodurch das Risiko der Altersarmut steigt.

Verdienstlücken

Wer wie viel Rente von der gesetzlichen Rentenkasse erhält, ist unter anderem vom absolvierten Arbeitsleben abhängig. Das zugrunde liegende Prinzip ist einfach: Wer nur wenige Jahre erwerbstätig ist, zahlt verhältnismäßig wenig in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Im Rentenalter macht sich dies bemerkbar, denn entsprechend weniger Geld wird ausgezahlt.

Lücken im Verdienst können unter anderem durch Phasen der Arbeitslosigkeit entstehen. Aber auch Personen, welche aufgrund von Kindererziehung oder Pflege die Arbeit temporär pausieren oder niederlegen müssen, sind später von Altersarmut vermehrt betroffen.

Erwerbstätigkeit im Niedriglohnsektor

Wer viel verdient, kann viel einzahlen. Wer viel einzahlt, erhält viel zurück. So die simple Gleichung. Personen, welche einen Großteil ihres Arbeitslebens jedoch im Niedriglohnsektor beschäftigt sind, fallen aus diesem Raster heraus. Ihre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung sind lediglich gering, sodass sie im Rentenalter mit nicht allzu viel Geld können. Liegen keinerlei Ersparnisse oder sonstige Kapitaleinnahmen vor, droht die Altersarmut.

Erschöpfung im Alter

Personen im Rentenalter müssen nicht auf der faulen Haut liegen und in den Tag hineinleben. Wer sich körperlich und mental dazu in der Lage fühlt, kann durchaus aktiv sein und die eigene Rente mit Mini-Jobs aufbessern. Vor allem dann, wenn die Altersarmut droht. Wer jedoch aufgrund von Erschöpfung oder Krankheit nicht dazu im Stande ist, hat es schwer.

Wie entwickelt sich die Altersarmut in Deutschland?

Altersarmut ist in Deutschland ein seit Jahren bekanntes Problem. Im Internet sind dazu zahlreiche Veröffentlichungen und Statistiken zu finden. So lässt sich beispielsweise über das Statistische Bundesamt nachverfolgen, dass 2005 jede neunte Person über 65 Jahren von Altersarmut betroffen war. Heute ist es bereits jede fünfte Person im Rentenalter – ohne Aussicht auf Besserung.

Einen ähnlichen Einblick in die Entwicklung der Altersarmut in Deutschland geben die Studien „Entwicklung der Altersarmut bis 2036“ (Bertelsmann Stiftung, 2017) und „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ (Deutsches Zentrum für Altersfragen & ceres, 2021). Darin wird beschrieben, dass 2015 16 Prozent aller rentenbeziehenden Personen in Deutschland mit dem Risiko der Altersarmut konfrontiert waren. Seit 2019 wuchs diese Zahl auf 22,4 Prozent an.

Eine Entspannung der Lage ist zeitnah nicht zu erwarten. Gründe hierfür lassen sich zum einen in der großen Arbeitslosigkeit um die Jahrtausendwende finden. Personen, welche damals selbst betroffen waren, erreichen in naher Zukunft das Rentenalter. Aufgrund der Verdienstlücken sind hohe Rentenleistungen nicht zu erwarten. Das Risiko der Altersarmut ist präsent.

Zum anderen wird der demografische Wandel einmal mehr zur Herausforderung. Tritt die geburtenstarke Babyboomer-Generation der 60er-Jahre in das Rentenalter ein, ist die gesetzliche Rentenkasse stark gefordert. Die Höhe der Rentenleistungen vieler Personen wird dann vermutlich nicht ausreichend sein, um Altersarmut langfristig abwenden zu können. 

Warum sind von Altersarmut hauptsächlich Frauen betroffen?

Dass in erster Linie Frauen von Altersarmut betroffen sind, ist nicht in Gänze korrekt. Auch viele männliche Rentenbezieher sind damit konfrontiert. Jedoch zeigt die Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ auf, dass der Anteil der von Altersarmut betroffenen Frauen in Deutschland um neun Prozentpunkte höher ist als jener der Männer.

Die Hintergründe lassen sich wie folgt erklären:

Geringeres Einkommen

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland in vielen Berufsfeldern weniger als Männer. Entsprechend geringer fallen ihre Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung aus. Beziehen sie später Rente, lässt die Höhe meist zu wünschen übrig.

Längere Verdienstlücken

Frauen fallen aufgrund von Schwangerschaft, Kindererziehung oder Pflege häufig mehrere Monate, wenn nicht gar Jahre im Arbeitsleben aus. Dies macht sich in ihren späteren Rentenleistungen bemerkbar.

Schlechtere Absicherung

Frauen gut verdienender Männer sind nicht selten vom Gehalt des Ehepartners abhängig. Stirbt dieser oder lässt sich scheiden, stehen Frauen häufig ohne großes finanzielles Polster da. Darüber hinaus fällt die Witwenrente im Todesfall des Ehemannes bei Weitem nicht so hoch aus wie die Rente des Mannes selbst.

Höheres Alter

Im Schnitt werden Frauen in Deutschland älter als Männer. Dies hat zur Folge, dass sie länger auf die geringen Rentenleistungen angewiesen sind und Ersparnisse häufig bis aufs Letzte ausgeschöpft werden.

Kennt die Altersarmut Lösungen?

Um der vorherrschenden Altersarmut entgegenzuwirken, müssen dringend Lösungen gefunden werden. Einige Ansätze wurden in der Vergangenheit bereits diskutiert. Beispielsweise die Anhebung des Mindestlohns. Würde der gesetzliche Mindestlohn angehoben, würde dies Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor sehr entgegenkommen. Denn zum einen bedeuten höhere Verdienste höhere Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Der Altersarmut könnte so frühzeitig entgegengesteuert werden.

Zum anderen würden sich durch höhere Verdienste mehr private Rücklagen schaffen lassen, auf welche im Alter zurückgegriffen werden kann. Ebenfalls ist es sinnvoll, im Laufe des Arbeitslebens in eine private Altersvorsorge zu investieren. Wollen Sie in Ihrem Rentner-Dasein der Altersarmut entgehen, ist Vorsorge besser als Nachsorge. Auch der frühe Erwerb von Immobilien zahlt sich im Rentenalter aus.

Keine Lösung, aber eine Linderung der Altersarmut stellt die Grundsicherung dar. Hierbei handelt es sich um eine Sozialleistung, welche Personen im Rentenalter ein würdiges Leben sicherstellen soll. Wer durch eigenes Einkommen und Vermögenswerte den Lebensunterhalt nicht selbstständig bestreiten kann, hat nach ordentlicher Prüfung Anspruch auf die Grundsicherung. Als Richtwert gilt ein monatliches Nettoeinkommen unter 865 Euro.

Wie kann man sich vor Altersarmut schützen?

Um im Alter sorgenfrei leben zu können und nicht von Altersarmut bedroht zu sein, ist frühes Handeln ratsam. Je früher Sie beginnen, Ihre Finanzen zu planen, umso besser. Auf diese Weise können Sie sich für das spätere Rentenalter ein finanzielles Polster aufbauen, welches Sie vor Altersarmut bestmöglich bewahrt.

Eine Grundrente erhalten in Deutschland alle Personen, welche mindestens 33 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. Zusätzliche Rücklagen können jedoch nicht schaden. Diese sind unter anderem durch eine betriebliche oder private Altersvorsorge zu erreichen.

Entscheiden Sie sich für eine betriebliche Altersversorgung, geben Sie regelmäßig Teile Ihres Verdienstes ab. Auch erhaltenes Urlaubs- oder Weihnachtsgeld kann als Beitragszahlung infrage kommen. Treten Sie später ins Rentenalter ein, kommen Ihnen die damals eingezahlten Summen zugute und Sie erhalten diese in Form von betrieblichen Rentenzahlungen zurück.

Wie hilft Ihnen Stütz Immotax, die Altersarmut zu umgehen?

Möchten Sie sich vor Altersarmut schützen, ist zum einen ein strukturierter Finanzplan sinnvoll. Ebenso hilft es, Eigenkapital anzulegen, von welchem Sie im späteren Rentenalter profitieren. Stütz Immotax steht Ihnen dabei gern mit Rat und Expertise zur Seite.

Denken Sie beispielsweise über den Erwerb einer Immobilie nach, informieren wir Sie umfassend über infrage kommende Möglichkeiten, Risiken und Zukunftsaussichten. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch, um Altersarmut keine Chance zu geben.

FAQ

Wann spricht man von Altersarmut in der Rente?

Als arm gilt in Deutschland, wer für die Lebensunterhaltungskosten weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung hat. Der Anspruch auf Grundsicherung greift ab einem monatlichen Nettoeinkommen unter 865 Euro.

Was zählt zu den Altersarmut-Ursachen?

Ein großer Faktor für Altersarmut ist der demografische Wandel. Immer mehr Menschen beziehen Rente, immer weniger zahlen in das Rentensystem ein. Aber auch Arbeitslosigkeit bzw. Verdienstlücken im Arbeitsleben können zu Altersarmut führen.

Was sind die Folgen von Altersarmut?

Altersarmut hat zur Folge, dass sich Betroffene ihren gewohnten Lebensstil nicht mehr leisten können. Durch Geldknappheit müssen Gewohnheiten geändert oder auch Hobbys aufgegeben werden. Dies fällt vor allem im Alter schwer.

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